Frühlingsträume

Manche Tage sind einfach ein Geschenk. Schon lange wollte ich die Stuttgarter Wilhelma besuchen. Etliche Jahre bevor ich überhaupt in die Schwabenmetropole zog. So merkwürdig unschön Stuttgart in seiner Mitte sein kann, dank Zweitem Weltkrieg und urbaner Konzepte in den Fünfziger Jahren, die es zur Autostadt machten, so wundervolle kleine Fluchten kann das Örtle bieten. Sei es der Killesbergpark mit prächtigen Blumenrabatten und Tatzelwurm-Bähnle, sei es die ständige Nähe zur Natur wie der Katzenbachersee, die Heslacher Wasserfälle, der Blaustrümpflesweg, der wunderschöne Bärensee mit unendlichen Spaziermöglichkeiten oder eben die weit über Stuttgart hinaus berühmte Wilhelma.

Sie ist weit mehr als nur ein Zoo, und soll so auf keinen Fall genannt werden. Ursprünglich ein botanischer Garten, dem der Tiergarten erst nach dem Krieg hinzugefügt wurde.

Endlich war ich nun dort und fühle mich reich beschenkt. Nicht nur hatte ich eine Freundin bei mir, mit der mir stets traumhafte Ausflüge gelingen, nein, auch das Wetter bot uns einen Frühlingstag wie aus dem Bilderbuch. Warme, frische Luft wie gewaschen und ein blauer Himmel, alles stimmte. Selbst die Tiere waren gechillt, nie haben wir beide so viele schlafende Katzen, dämmernde Affen und ruhende Vögel gesehen wie an diesem Tag.

Ein ganz besonderes Glück aber waren die blühenden historischen Magnolienbäume im maurischen Garten. Eine Auszeit ins Paradies, von der ich noch lange zehren werde und mich so ein wenig auf ein friedliches Osterfest freuen darf, das ich allen Menschen von Herzen wünsche.