Susan Heat interviewt Viola Eigenbrodt

Angeregt durch zahlreiche Interviews mit mir, möchte ich nun meine Interviewreihe an dieser Stelle eröffnen. In lockerer Folge stelle ich interessante Frauen und Männer vor. Ein buntgemischter Reigen. Bekannte Menschen, Menschen die bewegen, Menschnen mit ungewöhnlichen Ideen, mit Visionen, mit ungewöhnlichen Geschichten.

Eröffnet werden meine „Interviews by Susan Heat“ mit Viola Eigenbrodt: Geschichten schenken! Die eigene Biografie ist immer die spannenste!

Wie bist zu zum Schreiben gekommen?
A: Ich bin von Beruf Journalistin und da lag es irgendwann einmal auf der Hand, auch einmal längere Texte zu verfassen zu dürfen oder auch können.

Worüber schreibst du am liebsten?
A: Feuilleton war von Anfang das, was ich am liebsten machte, und dann kamen ziemlich schnell Künstlerporträts als meine absolute Stärke heraus. Ich wurde beinahe nur noch dafür gebucht :)

Glaubst du, dass jeder Mensch seine Autobiografie in einem Buch für seine Nachfahren hinterlassen sollte?
A: Das kann ich nicht beurteilen. Jeder muss das für sich selbst wissen, oder seine Familie, die der Meinung ist, dass ein sehr persönlicher Teil der Geschichte nicht mit dem Menschen wegsterben darf. Oder jemand hat Erfahrungen mitzuteilen, durch die er hofft, anderen helfen zu können, das kommt recht häufig vor.

Die Kriegs- und Nachkriegsgeneration stirbt allmählich aus. Sollten die Erfahrungen nicht unbedingt für die Nachwelt aufgeschrieben werden?
A.: Genau diese gilt es unbedingt festzuhalten. Da gibt so unendlich viele Geschichten, die sich im Groben manchmal ähneln mögen, aber doch so unterschiedlich sind, wie die Menschen eben selbst. Geschichte muss bewahrt werden, solches Unrecht wie das in der NS-Zeit oder während des DDR-Regimes geschehene darf niemals vergessen werden. Am eindringlichsten und damit unvergesslich geschieht das eigentlich immer, wenn es jemand persönlich erzählt.

Wenn du eine Biografie für einen Kunden schreibst? Wie funktioniert das und was kostet es?
A: Ich treffe mich mindestens einmal mal mit der betreffenden Person, damit ich sie ein wenig kennenlerne, das ist enorm wichtig, denn ich erzähle schließlich ihr Leben. Danach geht es im Allgemeinen per Telefon oder via Skype, was mir persönlich am meisten liegt, weiter. Nützlich ist es natürlich auch, wenn jemand schon einmal etwas aufgeschrieben hat, das macht es einfacher. Es gibt einen Grundpreis von 1500 Euro, für die Recherche etc. Danach berechne ich 40 Euro pro Stunde, meistens brauche ich 100 – 120 Arbeitsstunden. Werden es deutlich mehr als das, kann man immer über einen Package-Preis verhandeln. Alles inklusive Lektorat durch eine ausgebildete Lektorin. Das Buch kann dann in meiner eigenen Edition herausgebracht werden, mit dem Auftraggeber als Autor, der dann vom verkauften Exemplar 10% Honorar erhält. Für Layout, Buchsatz, Druck, Vertrieb und Werbung komme ich auf. Auch für diese Dienstleistungen stehen mir echte Profis zur Seite.

Du schreibst auch persönliche Märchen. Wie entsteht ein Märchen über eine fremde Person und warum gerade das Genre Märchen?
A.: Da kam zu mir wie das Kind zur Jungfrau …eine Freundin, die in Südtirol ein wunderschönes, ausgesprochen romantisches Schlosshotel betreibt, das sich besonders für Verliebte eignet, fand, zu ihrem Romantikkonzept würde auch ein Märchen passen. Und weil sie Rosen so sehr liebt, man außerdem von ihrer Burg aus den Rosengarten in den Dolomiten sehr gut sehen kann, entstand „Das Rosenmütterchen“.
Die Märchen sind immer sehr persönlich auf eine einzige Person ausgerichtet und sind für mich Schwerstarbeit. Habe ich eines geschrieben, bin ich danach erst einmal fix und fertig. Aber glücklich!

Sind E-Books eine Alternative zum guten alten gedruckten Buch?
A.: Grundsätzlich ist ein E-Book nichts weiter als ein anderes Format. Daher sehe ich es nicht als Alternative, sondern als Bereicherung. Gedruckte Bücher werden nie aussterben, denn der Mensch ist ein haptisches Wesen: er fasst gerne an.

Welches Buch möchtest du unbedingt noch veröffentlichen?
A.: Kann ich ehrlich so nicht beantworten. Ich habe einen solchen Stapel an Ideen in meinem Kopf und schlagwortartig festgehalten im Rechner, da weiß ich manchmal nicht, wo jetzt weitermachen. Aber ich versuche es so zu sehen: was wirklich geschrieben werden will, das wird auch geschrieben.

Für wen möchtest du gern Bücher schreiben?
A.: Na, für alle, die gerne lesen und sich unterhalten lassen möchten. Meistens ist ja bei meinen eigenen Produkten ein Augenzwinkern dabei.

Wer sind deine Kunden?
A.: Im Prinzip habe ich das oben schon beantwortet. Es sind Menschen, die ein bewegendes Schicksal hatten und das festgehalten sehen möchten – oder auch deren Familien. Bei den Märchen sind eigentlich immer Freunde oder Familienmitglieder, die ein wirklich außergewöhnliches Geschenk suchen.

Wie können dich Interessenten finden?
Über meine Website: www.viola-eigenbrodt.de