Lilly Römheld oder Viola Eigenbrodt?

Einige meiner Rezensenten haben mich gefragt, warum ich zusätzlich für die Komödien ein Pseudonym benutzen würde.

Mit meinem neuen Roman, der ja kein Krimi ist, bin ich stilistisch nicht sehr weit weg von den übrigen Geschichten, also hätte ich ebenso meinen echten Namen verwenden können. Man hat mich mehrfach genau davor gewarnt. Viele Leser legen einen gerne auf Genres fest, das geht Musikern und besonders Schauspielern nicht anders.

Singt eine Operndiva plötzlich eine Jazzplatte ein, wird ihr das zunächst niemand abnehmen, dass sie auch den Blues haben kann. Spielt eine Tatortkommissarin in einer romantischen Liebeskomödie die Hauptrolle als zartes Rühr-mich-nicht-an, findet das keiner überzeugend. Ich selber würde wohl kaum zu Kriminalromanen von Barbara Vine gegriffen haben, hätte ich nicht genau gewusst, dass sich dahinter eine meiner Lieblingsautorinnen, Ruth Rendell, versteckte.

Es fiel mir nicht leicht, denn ich hätte gerne gerade bei diesem Roman, den ich für einen meiner gelungensten halte, selbst gezeichnet, mit meiner Unterschrift. Es war also ein Experiment. Und wie bin ich auf diesen Namen gekommen? Mit der Römheld Familie sind wir verwandt und er hatte mir schon immer gut gefallen. Lilly hieß meine Tante, die zusammen mit meiner Großmutter Else, der ich sehr ähnlich sehen soll, beim Bombenangriff auf Darmstadt 1944 umkam.

So entstehen Pseudonyme.

Inzwischen, da sowieso für uns alle alles anders geworden ist, weiche ich auch von meinem ursprünglichen Plan, heitere Familienkomödien als Lilly zu schreiben, wieder ab. Es wird etwas Neues geben, und es hängt mit dem Sehnsuchtsort Südtirol zusammen. Doch davon mehr in meinem nächsten Blog.

Bleibt gesund und nicht nur bis dahin


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