Ich würde manches anders machen …

Das hat bestimmt jeder schon einmal gedacht, besonders, wenn man langsam älter wird. Was würde sich wohl geändert haben? Man malt sich aus, was, wie weshalb und warum. Nachvollziehen wird man es sowieso niemals können, außer es wäre möglich à la Doctor Who als Timelord munter in der Zeit herumzureisen. Dann gelangt man bestimmt auch easy in Paralleluniversen oder so ähnlich. Nein, keine Sorge, ich gedenke keinesfalls nun in Science Fiction zu machen.

Ich reflektiere nur die Kritik an meinen Texten, aktuell an meinem letzten Merankrimi.

Da ich sogar im vergangenen Winter vorhatte, eines meiner erster Bücher, „Bar Sevilla“ zu überarbeiten und auf Wunsch einer Verlegerin in ihrem kleinen Verlag noch einmal zu publizieren – was zum Glück nicht zustande kam -, las ich also nach so vielen Jahren dieses Buch noch einmal durch.

Ja, ich würde einiges anders machen.

Erstaunlicherweise habe ich im mittleren Teil des Romans, den ich gerade schreibe, Personen und Situationen geradezu vorausgesehen. Ein Text, der relativ alt ist, in der Schublade lag und nun zu einer Wundergeschichte mit ganz zauberhaftem Geheimnis wird. Mehr verrate ich natürlich nicht! Nur eines: es ist eine märchenhafte Liebesgeschichte.

Umgekehrt habe ich gelegentlich Personen, die es tatsächlich gibt, als Figuren in meinen Krimis so deutlich charakterisiert, dass dies unmissverständlich wurde.

Das hat ein gewisses „Gschmäckle“, wie man hier im Schwäbischen sagt, und gefällt mir so im Nachgang weniger. Obwohl es die Faszination über die Naivität und Unsicherheit eines Menschen war, versteckt unter einem gerüttelt Maß an Narzissmus und Überheblichkeit, die mich dazu verführt hat, ihn detailgenau zu porträtieren, würde ich das so nicht mehr festhalten.

Jemandem bestimmte Züge geben, das kann keiner von den Kollegen der Zunft vermeiden, aber mehr wird es auch in Zukunft bei meinen Werken kaum werden.

Da ich bereits am dritten Merankrimi sitze, kann ich das auch aus ganzem Herzen versprechen. Denn Charaktere habe ich genug im Kopf, Mischungen aus verschiedenen Vorbildern oder einfach Erfindungen wie in aktuellen Krimi die Kräuterfrau. Niemals zuvor gesehen, sie war plötzlich da und wollte aufs Papier. Lassen wir uns also überraschen, wer sich in Zukunft noch so alles manifestiert, am Ende kommt doch noch Dr. Doctor Who vorbei.

Eure Viola