Gabriel Dürr interviewt Viola Eigenbrodt

Journalistin und Buchautorin Viola Eigenbrodt – Ein Interview von Gabriel Dürr

Die Besucher dieses Portals kennen sie schon lange, die Journalistin Viola Eigenbrodt. Nun ist sie nicht nur nach fünf Jahren Südtirol wieder zur heimischen Scholle in die Kurpfalz zurückgekehrt, sondern hat auch beruflich neue Richtungen eingeschlagen. Wenn auch Kunstportal-BW-Chef Jürgen Linde recht froh darüber ist, dass sie mit ihren Artikeln weiterhin sein interessantes Kultur- und Kunstportal füllt. Ich durfte Viola in seinem Auftrag einige Fragen stellen, was sie denn Neues im Gepäck hat.

F.: Magst du dich einmal vorstellen, für die, dich noch nicht kennen?
A.: Ich bin Journalistin und Buchautorin, wobei ich mich, neben meinen eigenen Büchern, auf das Festhalten persönlicher Biografien spezialisiert habe.

F.: Wie bist zu zum Schreiben gekommen?
A: Eigentlich lag es irgendwann auf der Hand und war auch ein Bedürfnis, einmal längere Texte zu verfassen zu dürfen oder auch können.

F: Du hast Archäologie und Philologie studiert, bist aber als Journalistin sehr erfolgreich. Wann bist du zu dem Entschluss gekommen, dass du deine Fähigkeiten in dieser sehr praxisbezogenen Form einbringen möchtest?
A.: Ich bin bereits während meines Studiums in Heidelberg „zweigleisig“ gefahren, und habe mehrere Praktika absolviert. Unmittelbar nach dem Abschluss meines Studiums habe ich dann die Chefredaktion eines englischsprachigen Lifestylemagazins für die amerikanische Bevölkerung der Stadt übertragen bekommen. Man wollte mit Absicht eine Einheimische, weil es das Konzept war, den in Heidelberg lebenden Amerikanern Land und Leute näher zu bringen, von der Basis aus.

F: Worüber schreibst du am liebsten?
A: Feuilleton war von Anfang das, was ich am liebsten machte, und dann kamen ziemlich schnell Künstlerporträts als meine absolute Stärke heraus. Ich wurde beinahe nur noch dafür gebucht :)

F: Glaubst du, dass jeder Mensch seine Autobiografie in einem Buch für seine Nachfahren hinterlassen sollte?
A: Das kann ich nicht beurteilen. Jeder muss das für sich selbst wissen, oder seine Familie, die der Meinung ist, dass ein sehr persönlicher Teil der Geschichte nicht mit dem Menschen wegsterben darf. Oder jemand hat Erfahrungen mitzuteilen, durch die er hofft, anderen helfen zu können, das kommt recht häufig vor.

F: Die Kriegs- und Nachkriegsgeneration stirbt allmählich aus. Sollten die Erfahrungen nicht unbedingt für die Nachwelt aufgeschrieben werden?
A.: Genau diese gilt es unbedingt festzuhalten. Da gibt so unendlich viele Geschichten, die sich im Groben manchmal ähneln mögen, aber doch so unterschiedlich sind, wie die Menschen eben selbst. Geschichte muss bewahrt werden, solches Unrecht wie das in der NS-Zeit oder während des DDR-Regimes geschehene darf niemals vergessen werden. Am eindringlichsten und damit unvergesslich geschieht das eigentlich immer, wenn es jemand persönlich erzählt.

F: Wenn du eine Biografie für einen Kunden schreibst? Wie funktioniert das und was kostet es?
A:Ich treffe mich mindestens einmal mal mit der betreffenden Person, damit ich sie ein wenig kennenlerne, das ist enorm wichtig, denn ich erzähle schließlich ihr Leben. Danach geht es im Allgemeinen per Telefon oder via Skype, was mir persönlich am meisten liegt, weiter. Nützlich ist es natürlich auch, wenn jemand schon einmal etwas aufgeschrieben hat, das macht es einfacher. Es gibt einen Grundpreis von 1500 Euro, für die Recherche etc. Danach berechne ich 40 Euro pro Stunde, meistens brauche ich 100 – 120 Arbeitsstunden. Werden es deutlich mehr als das, kann man immer über einen Package-Preis verhandeln. Alles inklusive Lektorat durch eine ausgebildete Lektorin. Das Buch kann dann in meiner eigenen Edition herausgebracht werden, mit dem Auftraggeber als Autor, der dann vom verkauften Exemplar 10% Honorar erhält. Für Layout, Buchsatz, Druck, Vertrieb und Werbung komme ich auf. Auch für diese Dienstleistungen stehen mir echte Profis zur Seite.

F: Du schreibst auch persönliche Märchen. Wie entsteht ein Märchen über eine fremde Person und warum gerade das Genre Märchen?
A.: Da kam zu mir wie das Kind zur Jungfrau …eine Freundin, die in Südtirol ein wunderschönes, ausgesprochen romantisches Schlosshotel betreibt, das sich besonders für Verliebte eignet, fand, zu ihrem Romantikkonzept würde auch ein Märchen passen. Und weil sie Rosen so sehr liebt, man außerdem von ihrer Burg aus den Rosengarten in den Dolomiten sehr gut sehen kann, entstand „Das Rosenmütterchen“. Die Märchen sind immer sehr persönlich auf eine einzige Person ausgerichtet und sind für mich Schwerstarbeit. Habe ich eines geschrieben, bin ich danach erst einmal fix und fertig. Aber glücklich!

F.:Sind E-Books eine Alternative zum guten alten gedruckten Buch?
A.: Grundsätzlich ist ein E-Book nichts weiter als ein anderes Format. Daher sehe ich es nicht als Alternative, sondern als Bereicherung. Gedruckte Bücher werden nie aussterben, denn der Mensch ist ein haptisches Wesen: er fasst gerne an.

F: bin mir sicher, der eine oder andere Leser hätte durchaus Interesse an einem Portrait über seine Person. Arbeitest du ausschließlich mit Magazinen und Verlagen zusammen oder stehst du auch anderen Unternehmen zur Verfügung?
A.: Ein Firmenporträt ist eine sehr spannende Sache, die ich gerne im Auftrag des jeweiligen Unternehmens durchführe, eben für das Unternehmen, das sich darin gut repräsentieren kann. Seine Struktur, sein Aufbau, seine Geschichte und besonders seine Philosophie kann durch ein Porträt deutlich beleuchtet werden. Dadurch wird viel in Sachen positivem Image bewirkt.

F: sollte sich ein Unternehmer die Zusammenarbeit mit einem Ghostwriter vorstellen?
A.: Das ist schnell beantwortet: ich brauche möglichst viele Informationen, die ich zu einem Ganzen zusammenfüge. Möchte der Auftraggeber dies unter seinem eigenen Namen veröffentlichen, dann bin ich der Ghostwriter, der nicht genannt wird.

F: gibt es ja einige Texter, die im Internet Ihre Dienste anbieten. Große Content-Plattformen buhlen mit teilweise sehr niedrigen Preisen um die Gunst der Kunden. Was kannst du besser?
A.: Ich bin ein Profi. Niedrige Preise, wobei ich auch keine astronomischen Summen verlange, sind selten ein gutes Zeichen in dieser Branche. Ähnlich wie bei grafischen Leistungen oder Website-Gestaltung. Sprachliches Können und guter Umgang mit der deutschen Sprache, als auch Einfühlungsvermögen in das, was der Kunde möchte, trennt die Spreu vom Weizen.

F: Auf deiner Webseite hast du recht viele deiner Texte online gestellt. Warum?
A.: Meine Website ist mein Portfolio, alle Texte sind publiziert – Interessenten können sich auf diese Weise ohne Mühe von mir überzeugen.

Das Interview führte Gabriel Dürr.