Freundes-Missbrauch

Keiner braucht mehr als drei oder vier Freunde, wenn es echte sind.

Die dafür dürfen einem dann schon mal die Meinung geigen, den Kopf waschen, sich ärgern, wenn man doch wieder „alles“ verkehrt gemacht hat, mit einem Fünfe gerade sein lassen oder schweigen, wenn die Worte fehlen und einfach nur da sein.

Bei den anderen Freunden, im virtuellen Raum auch „friends“ genannt, muss man entweder locker-über-den-Hocker das, was einem angetragen wird, einfach nicht ernst nehmen, oder vorsichtig sein. Wer sich anderen Menschen gegenüber nicht verschließt, kann auch sehr schnell ausgenutzt werden – manche Zeitgenossen haben als zweiten Vornamen „seelischer Mülleimer“ … Oder es ist Anmache, bei Männern wie bei Frauen.

Gerade die sozialen Netzwerke, wo die Möglichkeit der Maskerade natürlicherweise noch viel einfacher ist als im realen Leben, sind voller Problembären. Gerade hier ist die Tendenz, das Innen-und Seelenleben zu offenbaren, um damit etwas zu bezwecken, stark ausgeprägt – weil man sich prima verstecken kann. Mit oder ohne Profilbild.

Was nicht bedeutet, dass man das in der Realität nicht auch könnte, manch einer hätte sicher den Oscar für perfektes Schauspiel verdient. Also bleibt man doch besser bei seinen Leisten, und den guten – nicht immer alten – Freunden. Denn das Leben bringt ja sowieso ständig etwas Neues!

Eure Viola

Zeichnung © Alexandra Navrade


Einen Kommentar schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.