Die Wortschatztruhe

Jeder Autor, Schriftsteller oder Journalist geht an seinen Text natürlich anders heran.

Ob man das nun an der Journalistenschule gelernt hat, auf Schreibworkshops war, Creative Writing studiert hat oder ein Naturtalent ist, spielt beim Endprodukt keine so große Rolle mehr, solange es gut ist. Dabei verfügen manche über einen recht großen Wortschatz, andere müssen häufiger ins Synonym-Wörterbuch schauen.

Man kann sich aber auch eine virtuelle Truhe anlegen, in die „gefundene“ oder „geklaute“ oder gar selbst geschmiedete Wortpretiosen wandern, sorgfältig aufbewahrt werden wie seltene Schmuckstücke als Juwelen der Sprachkunst und daher besonders wertvoll. Gelegentliches Anschauen und damit Spielen ist nicht nur erlaubt, sondern auch erwünscht. Und manchmal ergibt sich alleine schon daraus ein neues Gefüge, dass man anschließend zu Papier bzw. auf den Monitor bringt.

Oder, wenn man verzweifelt um Worte ringt, dann einen Griff in die Wortschatztruhe tut, und die Geschichte stimmt. Nur sollte man sie nicht allzu tief vergraben in den Weiten der elektronischen Welt, sonst findet man sie am Ende nicht mehr und kein Worträuber der Welt kann sie wieder ins Licht des Schaffens rücken. Deswegen gilt auch für Wortschatztruhen: Schatzkarte nicht vergessen!

Eure Viola

Zeichnung © Alexandra Navrade


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