Die Schöne Mannheims – Simone Burel

Teil Zwei aus meiner Reihe: „Mannheimer Wissenschaftlerinnen“: Die Schöne Mannheims – Sprachvirtuosin Simone Burel

 

Völlig frei vom Mannheimer Idiom ist die Germanistin und Linguistin Simone Burel. Nach ihrem Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik in Heidelberg, Mannheim und London promovierte sie in Heidelberg in nur drei Jahren über „Identitätspositionierungen der DAX-30-Unternehmen – Die Sprachliche Konstruktion von Selbstbildern“ (summa cum laude). Während des Schreibprozesses und der gleichzeitigen Arbeit bei der Schelenz GmbH – Personalkommunikation & Arbeitgeberkommunikation, wurde Dr. Simone Burel auf das Innovationspotential von geisteswissenschaftlicher Analyse und gleichzeitiger Praxisreflexion aufmerksam. Anschließend arbeitete sie als Head of Corporate Communication bei Habona Invest GmbH in Frankfurt am Main. 2015 kehrte sie zurück nach Mannheim als Post-Doc-Stipendiatin der Universität Heidelberg und gründete daneben die erste linguistische Unternehmensberatung  LU – Linguistische Unternehmenskommunikation. Eine echte Herausforderung.

Obwohl sie hier geboren und aufgewachsen ist, und der Vater auch richtiges Mannemerisch kann. Die Dreißigjährige erzählt: “Ich bin relativ behütet aufgewachsen, habe mich aber immer schon für das Thema Frauen und Sprache sowie das Aufbegehren gegen überholte (aus meiner Sicht) Bräuche interessiert und für Gerechtigkeit gekämpft. Mit fünfzehn hatte ich ein Foto von Angela Merkel im Klassenzimmer aufgehängt, weil ich fand, es gab zu wenige Frauen in der Politik.“ Feminismus ist noch immer ein Thema, für das die junge Frau brennt. Dass sie ein Büro im Gründerinnenzentrum in G 7 hat, scheint daher mehr als passend. Denn rebellisch blieb sie auch nach ihrem fünfzehnten Geburtstag. „Mit 20 habe ich für den Veganismus und gegen Tiertransporte oder Pelzträger demonstriert“, reflektiert die Autorin zahlreicher Publikationen den Weg ihres Erfolgs.

Sprache ist ein Instrument, manchmal sogar eine Waffe, das sich trefflich auch für den Protest einsetzen lässt. Simone Burel begann selbst Texte zu schreiben, zunächst wissenschaftlich, dann kamen belletristische hinzu. Der Ausdruck des Protests in den Formulierungen der 1968er Bewegung erschien ihr passend, und sie begann diese zu untersuchen. Um schließlich daraus zu lernen. „Ich war und bin Visionärin und habe immer eine Vision von mir und der Welt gehabt, wie beides noch besser werden könnte.“ Ehrgeiz  ist für die Linguistin kein Fremdwort, besonders nicht als Frau. Es ist eine  der Aufgaben, die sie sich selbst gestellt hat, andere Menschen zu ermuntern, das eigene Potential zu entdecken und zu aktivieren. Oberflächlichkeiten sind der promovierten Frau, die gerade an ihrer Habilitationsschrift sitzt, regelrecht zuwider. Dabei geht sie weit: „Ich hinterfrage alles, liebe die Provokation, entlarve gern die Fassaden anderer und die eigene.“ Mit dem Strom ist sie bisher nicht gelaufen, die „Magistra Artium“ fand entweder Abkürzungen oder schaufelte selber Wege frei. Wie die Wissenschaftlerin findet, hat sie diese Eigenschaft am meisten geprägt.

Ihr familiärer Background ist nicht akademisch und eher konservativ, Burel dagegen schuf ihre eigene Wirklichkeit auf noch nicht entdeckten Pfaden. „Ich bin zu unkonventionell für die klassische Berufs-, aber auch Universitätswelt. Daher habe ich mir mein kleines eigenes Universum geschaffen , in dem ich existieren kann“ erklärt sie stolz.  Dr. Simone Burel ist seit dem WS 2016/17 als Mitarbeiterin im Bereich Interkulturelle Kommunikation im Institut für Deutsch als Fremdsprachenphilologie (IDF) tätig, mit dem Schwerpunkt angewandte Linguistik, Transfer Linguistik-Wirtschaft. Seit Ende 2016 beschäftigt sie sich mit ihrer Habilitation und nimmt am Management-Programm Auf dem Weg zur Professur der Uni HD teil. Titel der Schrift ist: Vorständin und Allround-Papa – weiblich-männliche-Geschlechterrollen in der Berufswelt online.

Seit 2013 war sie bereits Lehrbeauftragte der Universität Heidelberg, u.a. für „Angewandte Unternehmenskommunikation“, Fachsprache der Wirtschaft und Interkulturelle Kommunikation. Die „Hannelore-Dampf-in-allen-Gassen“ bezeichnet sich selbst als ein In-between, ein Wirbelwind, der spielend zehn Projekte gleichzeitig macht. Ethische  Grundwerte sind der Forscherin wichtig, Gedanken darüber, was gut und was falsch ist. Als spiritueller Mensch steht für sie auch die Selbstentwicklung  im Vordergrund, besonders in einer Zeit, in der klassische Männer- und Frauenrollen der heutigen Arbeitswelt  nicht mehr zeitgemäß sind. Eine immense Aufgabe, der sie sich mit viel Natürlichkeit und großem Elan widmet.


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