“Das” Roman

Man hat es nicht immer einfach mit einer indo-europäischen Sprache, die über drei Geschlechter verfügt – wenn man sie erst mühsam lernen muss.

Nicht für jeden ist sofort ersichtlich, warum einige Worte im Deutschen neutral sind – die sofort ersichtliche Logik fehlt einfach. Das Englische kennt sowieso nur ein Geschlecht (passt auch irgendwie), während die romanischen Sprachen immerhin zwischen Männlich und Weiblich unterscheiden. Vom – zu Unrecht viel gehassten – Latein, man sollte vielmehr die Lateinlehrer hassen, hat die deutsche Sprache das Neutrum übernommen, wie so vieles Anderes von der überaus logischen Grammatik der alten Römer.

Uns Muttersprachler amüsiert das bisweilen, so sehr, dass ein kleiner Film auf YouTube Kultcharakter erreichte, nur weil ein türkischer Geschäftsmann statt DAS Gerät permanent von DER Gerät sprach. In der Schlussfolgerung müsste unsereins dann auch von DAS Roman sprechen können, um selber schnell reich und berühmt zu werden! Oder auch nicht, und stattdessen nur zur Lachnummer verkommen.

Vor allem Eingeborene des alemannischen Großsprachraums wechseln gerne die Genera der Substantive, zur Überraschung der übrigen Republik. Bei den Rheinhessen zum Beispiel und auch den Schwaben kommt DER Butter auf den Tisch, in der Domstadt Worms fliegt DER Biene herum, und auch im schönen Südtirol bestreicht man das Frühstücksbrötchen mit dem Butter.

Vom echten weiblichen Geschlecht zum Neutrum allerdings gerät frau in Saar- und Rheinland, wenn DAS Hilde einkaufen geht, DAS Jutta vom letzten Urlaub erzählt oder DAT Gaby wiedermal zu Muddi fährt.

Da genieße ich mich doch lieber einen Bienenstich :)

Euro Viola


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